Mal wieder schaugeklöppelt

Mit meinen Spandauer Klöppelweibern darf ich einen Raum in einer Kirchengemeinde meines Heimatbezirkes nutzen. Und dort war am Samstag Gemeindefest. Seitens der Gemeinde wurde bei mir nachgefragt, ob ich schauklöppeln  und vielleicht auch ein paar Sachen ausstellen würde. Aber na klar. Das ist doch Ehrensache. So machte ich mich also am Samstag mit fünf meiner Spandauer Klöppelweiber auf den Weg. Für unsere kleine Ausstellung wurden uns zwei Tische à 50cm Breite und jeweils 2,20m Länge zur Verfüfung gestellt.

Und hier ein paar Ausstellungstücke mal ein bisschen näher.

Und da sitzen sie nun – vier meiner Klöppelweiber – und klöppeln.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass doch sehr viele Menschen wissen was wir da machen. Aber die Zuschauer*innen sind immer wieder erstaunt, dass “sowas” heute noch gemacht wird. Die meisten Aussprüche sind: “Das kommt ja aus dem Erzgebirge! Da klöppeln die doch aber nur auf so runden Teilen!” Mit den runden Teilen ist der Klöppelsack gemeint. Ihr seht den bei Kerstin – zweite von rechts –. Ja das ist richtig. Im Erzgebirge wird vorwiegend auf dem Klöppelsack geklöppelt. Die früheren erzgebirgischen Spitzen waren relativ grob und hatten nicht ganz so viele Paare. Das lässt sich sehr gut auf der Rolle bewältigen. Wird der Faden jedoch fein oder sogar sehr fein, steigt meist auch die Anzahl der Klöppel. Und für einen feinen Faden eignet sich der doch recht schwere Hülsenklöppel dann nicht mehr so gut. So wird eben in vielen Gegenden auf der Platte geklöppelt.
Jetzt zeige ich euch noch, was jede von uns gearbeitet hat.
Zuerst die Arbeit von Elke. Elke arbeitet an einem Schal aus Tussah-Seide. 100 Paare benötigt sie dafür. Links unter den ganzen Taschentüchern hat sie ihre Paare gestapelt.

Ellen holt sich den Frühling ins Haus. Mit Taschentuchgarn arbeitet sie ein Frühlingsmotiv in einen Ring ein. Den kann sie dann an ihren Osterstrauss hängen.

Kerstin arbeitet auf dem Klöppelsack eine Meterspitze.

Jutta arbeitet Mailänder Spitze. Das Besondere an der Mailänder Spitze ist, dass nur außen Nadeln gesteckt werden. Dabei muss sehr ordentlich gearbeitet werden, damit das sich schlängelnde dunkelblaue Band auch in der Mitte bleibt.

Gudrun denkt schon an Weihnachten und arbeitet eine Glocke, die sie auch fertig bekommen hat.

Ich selber arbeite Streifen mit sogenannten Gründen.

Gründe sind eigentlich dafür da, einzelne Motive wie z.B. geometrische Formen, miteinander zu verbinden. Es gibt aber viele Gründe, die stellen selber schon ein Muster dar.

Und was mache ich mit diesen Streifen, von denen ich insgesamt fünf Stück benötige? Ich verbinde damit zwei meiner Hobby’s: Klöppeln und Patchwork. Ich nähe mir einen Wellenläufer mit dem 9°-Lineal. Den ersten fertigen Streifen habe ich schon eingenäht.

So hatten wir einen wunderschönen Tag, an dem auch das Wetter gehalten hat. Spaß hat es gemacht. Einen liebes Dankeschön an meine Weiber, dass sie die Zeit dort mit mir zusammen verbracht haben. Schön, dass es euch gibt!

 

 

26 Gedanken zu „Mal wieder schaugeklöppelt

  1. Wow, ihr habt ja tolle Sachen ausgestellt und macht wunderschöne Sachen. Ich verstehe die Verwunderung der Leute, dass dieses Handwerk heute noch ausgeübt wird. Macht nur weiter, solche Dinge dürfen nicht aussterben.
    Komm gut durch die neue Woche, lG, Catrin.

  2. Diese Bewunderung für ein altes Handwerk kenne ich nur zu gut. Klöppeln gehört auch dazu, Wir sitzen auch oft mit unseren Spinnrädern, die Älteren kennen es, die Jüngeren vebinden es oft mit Märchen ;O)
    Ich finde es wichtig, dass solche Handarbeiten nicht veloren gehen.
    Lieben Inselgruß
    Kerstin

  3. Was für Kostbarkeiten aus fast nichts. Ich bin immer wieder fasziniert wie Klöppelkunst entsteht und was sich daraus fertigen lässt. ich hoffe, ihr hattet zahlreiche Zuschauer und Bewunderer! LG Kuestensocke

  4. hallo marion …
    welch tollen arbeiten … ich finde so was so toll nur die geduld dafür
    hätte ich nicht … umsomehr bin ich immer faziniert von den tollen werken
    ihr könnt stolz auf euch sein dieses handwerk zu berherrschen
    macht weiter so
    hab eine schöne woche
    L.G. Petra

  5. Liebe Marion,
    WAHNSINN, was für schöne Arbeiten ihr da gemacht habt!
    Ich hab es als junges Mädchen, ich wohnte noch daheim, bei einer Nachbarin immer sehen dürfen, die Oma des Hauses hat auch geklöppelt und ich durfte immer zuschauen! Von ihr hab ich noch Taschentücher, die sie mit ihrer Klöppelspitze verschönert und mir geschenkt hat :O)
    Ich wünsche Dir eine zauberhafte neue Woche!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Claudia ♥️

  6. Hallo Marion,
    Ich finde deine Berichte übers Klöppeln immer so schön. Gerne mehr davon.
    Euer Stand war wirklich traumhaft. So viele schöne Sachen. Und eure Arbeiten sind auch sehr schön. Ich mag Mailänder Spitze auch sehr gerne. Und Patchwork und klöppeln in Kombination muss ich auch mal probieren.
    Weiterhin frohes Klöppeln .
    LG Birgit

  7. Hallo Marion,

    dir und deinen Klöppelweibern liebe Grüße – ich wäre immer bei euch stehengeblieben, das weiß ich. Eure Ausstellungsstücke und auch die in Arbeit befindlichen Werke sind wunderschön, besonders deine Kombination Patchwork/Klöppeln.
    Einen schönen Abend,
    Erna

  8. Wahnsinn, wie filigran das alles aussieht! Ich hätte da bestimmt tausend knoten reingebracht :0) ich finde es schön, das alte traditionen weitergeführt und bewahrt werden. Aber wie man sieht, fehlt auch hier bestimmt die junge generation, oder? ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

  9. Liebe Marion,
    unglaublich tolle Werke zeigt ihr da. Ich bin immer begeistert und fasziniert von diesen filigranen Klöppelarbeiten. Da kann ich mir denken, das Ihr viel Bewunderung von den Besuchern bekommen habt. Ganz toll.
    Liebe Grüße
    Monika

    1. Liebe Marion, für mich bist Klöppeln ein ganz großes Geheimnis und ich bewundere Jede, die das beherrscht. Deine Bilder zeigen auch so wunderbare moderne Arbeiten, das mag ich sehr!
      Liebe Grüße und ein großes Kompliment für Dich und Deine Klöppelweiber!
      Katrin

  10. Hier in Süddeutschland sieht das schon wieder ganz anders aus. Da kennen das nicht mehr so viele – leider. Aber man findet doch immer wieder Frauen beim Patchwork, die es schon mal ausprobiert haben. Die Mailänder Spitze ist ja mein absoluter Liebling! Aber alles, was ihr da zeigt, sieht super aus.
    LG Rike

  11. Hallo Marion,
    ich freu mich dass du einen schönen Tag hattest, ganz im Zeichen des handarbeiten, und so wunderbare Sachen hab ich jetzt gesehen. Klöppeln gehört noch zu den Techniken die ich noch nie gemacht habe, aber schon länger mal ausprobieren möchte. Ich muss mal schauen ob ich irgendwo einen Kurs finde.
    Danke für die schönen Bilder.
    lg nach Berlin, Martina

  12. Die Location ist ja ein fantastisches Beiwerk zu eurer wunderschönen alten Kunst. Da werden sehr viele Leutchen staunend zugeschaut haben. Für mich eine der verwirrendsten Handarbeiten, und im wahrsten Sinn des Wortes würde mich das alles sehr verwirren und ein Verheddern der Klöppel wäre unvermeidlich. Wunderschöne Ergebnisse kommen da zustande, ich könnte da gar keinen Favoriten benennen. Die Kombination von Patchwork und Klöppelarbeit gefällt mir sehr.
    LG eSTe

  13. Hallo Marion,
    vielen Dank für den Bericht über euer Klöppelhobby. Ganz beigeistert bin ich von den unterschiedlichen Werken deiner Damen.
    Auf deinen LÄufer bin ich schon sehr gespannt.
    Liebe Grüße Manuela

  14. Oh, sieht das alles toll aus. Ich habe eine Patchworkfreundin die auch der Klöppelsucht verfallen ist. Da durfte ich auch über die Schulter schauen. Meine volle Bewunderung allen Klöpplerinnen die so tolle Sachen machen. Für mich bleibt es ein Rätsel wie man so etwas wundervolles zustande bringen kann.
    LG Ingrid

    1. Liebe Marion,
      Wahnsinn, was ihr da an prachtvollen Arbeiten zeigt. Ich kann mir beim besten Wilen nicht vorstellen, hier den Überblick zu behalten, vor allem bei 100 Paaren. Danke für den ausführlichen Bericht und die tollen Bilder.
      Herzliche Grüße
      Gudrun

  15. Oh Marion – vielen Dank für die Bilder und den Einblick in Eure Werke! Der Schmuckanhänger und Deine Verbindung des Klöppelns zum Patchwork – einfach toll und wunderschön!
    Meine Klöppelrolle verstaubt mittlerweile auf dem Dachboden. Wenn ich da mal wieder beginnt, muss ich vermutlich wieder ganz von vorne anfangen….
    Liebe Grüße und weiter viele kreative gemeinsame Klöppelstunden!
    Ines

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